8. Türchen 2020

Dienstag, 08. Dezember 2020

Heute öffnet sich hier ein „Gast-Türchen“. Denn nicht nur die TV-Elfen haben dieses Türchen mit Inhalt gefüllt, sondern auch ein wortgewandter Orber. Unser Dank geht an Edwin Noll, der es sich hat nicht nehmen lassen uns mit „Orber Mundart“ zu unterhalten.


Weihnachten auf orberisch

Wenn es das erste Mal geschneit hat kam wohl mal der Spruch zustande:

„Geh nuuf uff die Laabe un holl de Boukratzer rao.“

Übersetzt: „Hole den Schlitten vom Dachboden.“ Das Wort mit den 2 tt – hatte damals noch nicht soviel Anklang gefunden.


Weihnachtslied was Kinder umgedichtet haben: „Am Weihnachtsbaume“

„Am Weihnachtsbaume da hänge a Pflaume, wer hat die denn da hin gehängt, das war mein Bruder das alte Luder, die hat die Pflaume hingehängt.“


Vorm Nikolaus

„Bou sei schee braof, sonst haat derr de Knecht Ruprecht de Aasch vool.“

Sei artig Junge, sonst gibt’s vom Knecht Ruprecht was auf den Hintern.


Auf dem Weihnachtsmarkt

„Kerle da Gliihwoi schmackt ja so gout, da mounste e Engelsche hätt de uff die Zung gepisst.“

„Der Glühwein schmeckt so gut, das ist ja ein richtiger Gaumenschmaus.“


Die alte Orber haben uns oft erzählt:

„Mann was kräische dei Kinn haut fer mords Geschenke, im Kriisch hun mer e goldern Nixxje un e silber Watteweilsche kräischt.“

Die Kinder bekommen heute aber wirklich sehr viele Geschenke, während dem Krieg haben wir immer zu hören bekommen: Dieses Jahr gibt es nichts, ihr mit bis nächstes Jahr warten.“


Wenn der Orber zu spät zum Mittagstisch kam und bereits alles abgeräumt war:

„Näscht als eisch hoamkoam, hoat es Andiffdsche wei Lametta o de Wäschelein gehoangt.“

Wie ich gestern nach Hause kam, gab es nichts mehr zu Essen. Die Stimmung war so schlecht, dass der Endiviensalat wie Lametta am Christbaum, an der Wäscheleine hing.


Heute haben wir erneut eine schöne weihnachtliche Geschichte für euch. Vielleicht klappt es schon ganz gut mit dem Alleine-Lesen und du kannst es dir auf eurem Sofa gemütlich machen. Ansonsten liest dir sicherlich ein großer Mensch die Geschichte vor. Habt es fein.

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