1. Türchen 2020

Dienstag, 01. Dezember 2020

Herzlich Willkommen zu unserem TV-Adventskalender. Schön, dass ihr dabei seid. Gemeinsam möchten wir uns in den nächsten Tagen auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmen. Da dieses Jahr alles anders ist und wir uns nicht wie gewohnt bei der Nikolaus- und Weihnachtsfeier sehen können, haben wir uns für diesen virtuellen Adventskalender entschieden.

Euch erwarten 24 spannend befüllte Adventskalendertürchen. Mitmach-Angebote, Wissenswertes über den Turnverein und an den Adventssonntagen gibt es jeweils ein Gewinnspiel.

Die meisten Türchen enthalten zwei unterschiedliche „Inhalte“. Einmal für Klein, und einmal für Groß.


„Turner-Runde“

In diesem Jahr haben wir alle wieder zu schätzen gelernt, was es heißt in Bad Orb zu leben. Den Spessart direkt vor unserer Haustüre zu haben, ist in diesen Zeiten ein echter Glücksfall. Vom Sofa runter, Wanderschuhe an und ab an die frische Luft. Nun präsentieren wir euch die „Turner-Runde“. Folgt der nachstehenden Wegbeschreibung, dem Link zur Wanderung auf Komoot oder schickt uns eine E-Mail an adventskalender@tv-bad-orb.de und wir verlassen euch die GPX-Daten zukommen.

Start und Ziel: Parkplatz „Haus der Vereine“

Wir starten am Turnerheim „Jakob Metzler“. Benannt nach unserem Ehrenvorsitzenden, der die Geschicke des Turnvereins von 1967 bis 1986 lenkte. Dann werfen wir noch einen Blick auf die Turnfest-Eiche. Sie wurde 1987 vom Deutschen Turnfest in Berlin mit nach Bad Orb gebracht und erfreute sich einer jahrenlangen Pflege durch unser bereits verstorbenes Ehrenmitglied Walter Barth. Wer noch einmal seine Wanderschuhe im Sitzen schnüren möchte, kann dies auf der Bank tun, die unserem Ehrenmitglied Rudolf Stelzner gewidmet ist.

Wir laufen dann in Richtung Innenstadt und überqueren die große Kreuzung. Nun halten wir uns links und folgen dem Gehweg in Richtung Quellenring. Wir passieren den Brunnentempel der Philippsquelle und biegen kurze Zeit später nach links auf die Jössertor-/ Wendelinusstraße ab.

Dieser folgen wir, streifen linker Hand den Wendelinusbrunnen und kreuzen die Ludwig-Schmank-Straße. Diese überqueren wir nun, um die gesamte Jahn-Straße entlang zu flanieren.

Am Ende der Jahnstraße biegen wir nach recht auf die Rotahornallee ab und folgen dieser bis auf die Kreuzung Spessartstraße. Linker Hand an den Tennis-Plätzen sowie dem Wohnmobil-Stellplatz vorbei geht es in Richtung Haberstal. Auf Höhe des ehemaligen Restaurants „Philophenhöhe“ (jetzt „Filosofia del Gusto“) folgen wir nach rechts dem Philosophen weg.

Wir lassen die ersten Häuser auf der linken und rechten Seite hinter uns und biegen nach links ab bevor wir die Dr.-Weinberg-Straße erreichen. Nun befinden wir uns auf dem Turnerweg und folgen diesem bis zur nächsten Weg-Kreuzung an der wir dem Waldweg rechter Hand folgen.

Der Weg führt uns nun in Richtung Molkenbergstraße. Bevor wir diese erreichen, lädt die „Bocksberg Kapelle“ ein einen Moment inne zu halten. Wir folgen der Molkenbergstraße nach rechts und können uns eine Rast auf einer Spessart-Challenge-Sieger-Bank an der Turnerwiese gönnen.

Auf der Turnwiese wurde 1992 von Wolfgang Damnitz, Mitglied der Männerriege, eine Linde gepflanzt. Die Tafel trägt die Inschrift „Dass mich diese Linde mit dem TV ein Leben lang verbinde.“

Wir verlassen die Turnerwiese und folgen der Molkenbergstraße bergab. An der vor uns liegenden Kreuzung gehen wir geradeaus weiter und nehmen die leichte Steigung unter unsere Füße. Anstatt der geteerten Straße in Richtung ehemaliges „Café Wartturm“ zu folgen, beschreiten wir den Waldweg linkerhand. Dieser führt uns in einem kleinen Bogen direkt zum Wartturm.

Nach dem Genuss eines Rundum-Blicks auf Bad Orb folgen wir dem Wanderweg nach links. An der nächsten Gabelung geht es rechts weiter, so dass wir oberhalb des Friedhofs entlang kommen. Hier trifft unser Weg erneut auf die Molkenbergstraße, der wir nun stadtwärts folgen.

Bei „Blumen Betz“ nehmen wir die Treppe in Richtung Burgring und laufen der St. Martins-Kirche nach links entgegen. Zwischen Schiffershof und Kirche biegen wir nach rechts ab. Bevor wir die Kirchtreppe nach unten nehmen, werfen wir noch einen Blick auf die Gedenktafel an den Kirchenbrand am 25. Dezember 1983. Am Ende der Kirchtreppe halten wir uns links und folgen der Pfarrgasse bis zum Untertor.

Wir überqueren erneut das Untertor – nun in Richtung Bahnhof. Jetzt befinden wir uns auf der Zielgeraden unserer Turner-Runde. Unsere kleine Wanderung endet dort, wo wir gestartet sind nämlich an der „Josef-Engel-Anlage“. Engel war Ehrenvorstandsmitglied des Turnvereins und stand den TV-Senioren als Abteilungsleiter vor.


Der kleine Schutzengel von Sieglinde Breitschwerdt

Sehnsüchtig sah Emanuel zu, wie wieder viele Engel die Himmelsleiter hinabstiegen. Sie beeilten sich, wollten rechtzeitig an Ort und Stelle sein, um die Neugeborenen zu beschützen. „Ach, was würde ich dafür geben, wenn ich auch ein Schutzengel sein dürfte“, seufzte er. „Aber ich habe ja noch nicht einmal Flügel!“

„Emanuel, komm zu mir!“ rief Erzengel Gabriel. Er nahm den Kleinen an die Hand und führte ihn zur himmlischen Kleiderkammer. Weiße Gewänder, Flügelpaare und Heiligenscheine wurden dort aufbewahrt. Gabriel suchte für ihn ein passendes Gewand, Flügelchen und einen Heiligenschein aus. Er half ihm beim Anziehen, steckte die Flügelchen fest und sagte: „So mein Kleiner, jetzt bist du ein Schutzengel!“

Emanuel hüpfte vor lauter Freude im Kreis und fragte aufgeregt: „Wohin schickst du mich?“ Gabriel zeigte in die Ferne. Am Himmel leuchtete ein wunderschöner Stern mit einem langen silbernen Schweif: „Folge immer diesem Stern, solange, bis er stehen bleibt. Dort wird heute Nacht ein neuer, großer König geboren! Er wird für alle Menschen der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung sein!“ Ein König, dachte Emanuel und ihm wurde ganz bange: „Braucht ein großer König nicht auch einen großen Schutzengel?“ Der Erzengel lächelte und drückte ihm sanft den Heiligenschein aufs Haupt: „Nein, nein! Ein kleiner König und ein kleiner Engel passen gut zusammen!“

Wenig später kletterte Emanuel die Himmelsleiter hinab und folgte immer dem großen Stern. Ich werde auf meinen König gut aufpassen, dachte er. Wehe, wenn ihm einer etwas tut, dann verhau‘ ich… Erschrocken hielt er inne. Ein richtiger Engel durfte so etwas nicht einmal denken. Hin und wieder schaute er zum Himmel. Er bemerkte, dass der Stern allmählich langsamer wurde. Erstaunt blickte er sich um. Nirgends sah er einen Palast, oder wenigstens ein großes vornehmes Haus? Er kam durch ein kleines Dorf. Die meisten Häuser waren alt und verfallen, in denen nur arme Leute wohnten. Neben einem Gasthof stand ein Stall; über ihm blieb der Stern stehen.

Geduldig wartete er darauf, dass der Stern weiterwandern würde. Aber nichts geschah. Oh mein Gott, durchfuhr es ihn, ich bin dem falschen Stern gefolgt! Vielleicht habe ich mich verlaufen? Ratlos setzte er sich nieder Da fiel ihm der kleine König ein, den er beschützen sollte. Emanuel war so traurig, dass er bitterlich weinte. Plötzlich fühlte er etwas Weiches an seinem Knie. Ein Schaf rieb sein Köpfchen daran. „Warum bist du so traurig, kleiner Engel?“ fragte es. „Ich habe mich verlaufen!“ schluchzte er. „Verlaufen?“ blökte das Schaf verwundert. Er nickte. „Irgendwo wird ein neuer König geboren, und nun hat er keinen Schutzengel, weil ich den Palast nicht finden kann!“


Emanuel nahm den Zipfel seines Gewands und schnäuzte sich. „Im Stall wird auch ein Kind geboren! Aber das sind sehr arme Leute!“ mähte das Schaf. „Sie kamen mit einem Esel aus einer fernen Stadt! Emanuel sah sich um. Er entdeckte auch keinen anderen Engel. Er streichelte dem Schaf über das Köpfchen und murmelte: „Das arme Kind. Kein Schutzengelchen weit und breit!“ „Dann beschütze doch du das Kind!“ schlug das Schaf vor. „Arme Leute haben es nicht leicht im Leben!“ Er nickte. Das Schaf hatte recht.

Der kleine Engel stand auf und ging in den Stall. Ein Ochse und ein Esel lagen im Stroh. Ein älterer Mann stand neben seiner jungen Frau, die ihr Kind in die Krippe legte. Emanuel trat näher und sah sich das Neugeborene genauer an. Es war ein hübscher kleiner Junge.

Plötzlich hörte er Räderknirschen, Hufgetrampel und Gewieher; dem folgten Fanfarenstöße und Herolde riefen: „Macht Platz für die Könige!“ Prunkvoll geschmückte Pferde und Kamele hielten vor dem Stall. Drei Könige in kostbare Gewänder gehüllt, mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern, betraten den ärmlichen Raum. Sie beglückwünschten die Eltern zur Geburt ihres Kindes und überreichten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Es waren Geschenke für das Neugeborene. Sie knieten vor der Krippe nieder und jeder König küsste dem kleinen Jungen das Händchen. Wenig später kamen Hirten. Als sie das Kind in der Krippe sahen, gaben sie ihm alles, was sie hatten: Brot und Käse, Früchte und Wein, dann knieten auch sie nieder.

Ehrfurchtsvoll und staunend hatte Emanuel alles beobachtet. Sein kleiner Schützling musste schon etwas Besonderes sein, wenn Könige wie Hirten gleichermaßen vor ihm niederknieten. Er beugte sich etwas vor – und das Kind lächelte ihn an. Ich habe mich doch nicht verlaufen, dachte der kleine Schutzengel überglücklich. Ich bin auch nicht dem falschen Stern gefolgt. Er ist der neue große König, der König des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, und ich… ich… ich darf ihn beschützen!


Lasst uns gerne ein Bild an adventskalender@tv-bad-orb.de zukommen, wenn ihr eure Wanderschuhe für die Turnverein-Runde in Bad Orb schnürt. Wir freuen uns auch zu sehen, wie unser Nachwuchs der Geschichte lauscht.
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