Knappenman statt Ironman

Altenhaßlauer Michael Lik setzt in Sachsen auf seine mentale Stärke

Triathlet Michael Lik startet am kommenden Samstag, beim „Knappenman“ in Lohsa (Sachsen). Der Altenhaßlauer Triathlet hat die einmalige Chance in Deutschland, doch noch an einem Langdistanzrennen (3,8/180/42) teilzunehmen.

Covid 19 hat in allen Schichten der Gesellschaft das Leben lahmgelegt. So hat es auch die Triathlonszene mit ihren zahlreichen Veranstaltungen, darunter viele namhafte Ironmanrennen, hart getroffen, aber auch viele kleinere Rennen quer durch Deutschland. Fast alle Rennen wurden abgesagt oder in sehr reduzierter Form, zum Beispiel als Duathlon durchgeführt.

Lik, der sich bereits im Jahr 2019 mit einer Bestzeit von 8:41 Stunden für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert hat, ist entsprechend mit großer Motivation in die Saison 2020 gestartet. Mit neuen Partnern und Unterstützern und Sponsoren an seiner Seite waren die Voraussetzungen so gut wie noch nie.

Die Rennabsage zum Ironman auf Hawaii hat den Athleten dann auch hart getroffen. „Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Entsprechend habe ich meinen Saisonaufbau versucht wie gewohnt zu gestalten, weiter zu trainieren und meine Form in eine günstige Ausgangssituation zu bringen“.

Am kommenden Samstag, dem 29. August, fällt immerhin der Startschuss für den „Knappenman“. Ein Rennen, dass Lik zuvor nur vom Hörensagen kannte. „Der Name war mir ein Begriff. Ich bin allerdings noch nie dort gestartet. Es ist eine recht kleine Veranstaltung, die durch den dortigen Verein organisiert und ausgetragen wird, und das schon zum 32. Mal.“ Ein kleines Starterfeld von circa 120 Teilnehmern wurde aufgrund der Größenordnung genehmigt.

Lik freut sich auf den Wettkampf. „Zwischen meinem letzten Langdistanzrennen in Barcelona und dem hoffentlich geplanten Start auf Hawaii im Oktober 2021 liegen ja noch rund zwei Jahre. Diese Zeit ist mir persönlich zu lange, um keine weiteren Erfahrungen auf der Langstrecke sammeln zu können. Ich habe zwar viel Erfahrung aus meinen 20 Jahren Triathlon über die Kurz- und Mittelstrecke, aber bisher nur zwei Langdistanzrennen absolviert.“

Die Unterschiede von Training und Wettkampfstrategie seien hier wirklich groß und nicht miteinander zu vergleichen. Daher dient es Lik als weiterer Baustein für ein erfolgreiches Rennen für Hawaii 2021.

„Durch die geringe Leistungsdichte beim Knappenman wird es auch noch mehr auf meine mentale Stärke im Rennen ankommen. Sowohl die Rad- als auch Laufstrecke sind als flacher Rundkurs um die Seen ausgelegt und sollten schnelle Zeiten garantieren. Ich freue mich, auch diese östlichste Ecke in Deutschland zu erkunden, neue Menschen in der Region zu begegnen und auf eine nette und familiäre Veranstaltung“.

Hoyerswerda im Seenland hat es in enger Abstimmung mit den Behörden geschafft, ein Konzept zu entwickeln, das trotz der Erfordernisse durch die Corona-Situation erlaubt, den Wettkampf durchzuführen. Insbesondere wurden folgende Maßnahmen ergriffen: Es sind keine Zuschauer auf dem Eventgelände erlaubt. Der Start erfolgt in einem sogenannten „Rolling Start“ von jeweils 30 Athleten im Abstand von einer Minute. An den Verpflegungsstellen der Rad- und Laufstrecke werden keine Radflaschen getauscht. Die Verpflegung muss eigenständig aufgenommen werden. Die Zielverpflegung und Duschmöglichkeiten nach dem Zieleinlauf sind eingeschränkt.

Die Zielsetzung für den erfolgreichen Athleten ist klar. „Ich habe dieses Jahr sehr umfangreich trainiert und mich besonders in den vergangenen Wochen noch mal spezifisch mit langen Läufen und Radeinheiten auf die Langstrecke vorbereitet. Ich sollte mich also in einer recht guten Ausgangssituation für ein gutes Ergebnis befinden. Allerdings sind über die lange Renndauer von rund neun Stunden Faktoren wie Ernährung, Kräftehaushalten, Wetter, technische Mängel (Rad) und mentale Stärke und Motivation, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Ich werde mein Bestes geben und mich vom Ergebnis überraschen lassen. Eine Podiumsplatzierung wäre natürlich die Krönung.“

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