Ironman-Bestzeit für den MKK

Michael Lik qualifiziert sich in einer Topzeit für die WM 2020 auf Hawaii

Seit nunmehr 18 Jahren betreibt Michael Lik vom Team Bad Orb – Gesund im Spessart mittlerweile Ausdauersport. Nach etlichen ambitionierten Auftritten auf kürzeren Triathlonstrecken folgte im Jahr 2010 ein erster Ausflug auf die Ironman-Distanz (3800m Schwimmen, 180km Radfahren, 42,195km Laufen). In der Wettkampf-Saison 2019 deutete der Kurstädter bereits mehrfach seine Topform an. Unter anderem wurde er  Hessenmeister im Swim&Run, im Sprinttriathlon sowie über die Halbe Ironman-Distanz. Über die olympische Distanz wurde er im August gar Deutscher Meister in seiner Altersklasse. Am vergangenen Wochenende krönte der Athlet des TV Bad Orb seine 18-jährige Triathlon-Karriere mit einer persönlichen Ironman-Bestzeit, die ihresgleichen sucht in der heimischen Region.

Beim weltweit teilnehmerstärksten Ironman-Wettkampf in Barcelona, wo mehr als 3800 Teilnehmer gegen den inneren Schweinehund, mit den äußeren Bedingungen und – mit fortschreitender Wettkampfdauer – vor allem um letzte Kraftreserven  kämpfen, gelang Lik ein einzigartiger Coup.  Er ließ alle 560 Athleten seiner Altersklasse hinter sich, sicherte sich mit dem Sieg in der Altersklasse und dem 35. Gesamtrang unter den fast 4000 Startern die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft 2020 auf Hawaii. Besonders hervorsticht die Endzeit von 8:41:53 Stunden, die für Kenner fabelhaft und wie eine Profizeit anmutet.

„Im Vorfeld habe ich insgeheim mit einer Zeit unter 9 Stunden geliebäugelt. Sehr gute Wetterbedingungen, wenig Wind und das schnelle Streckenprofil haben sicherlich geholfen, aber dass es nun 8:41:53 Stunden geworden sind, übertrifft all meine Erwartungen. Es hat sich ausgezahlt, dass ich das Rennen zunächst kontrolliert und ruhig angegangen bin. Es war mir wichtig, nicht zu „überpacen“, so Michael Lik nach seinem Triumph. An den Einzelzeiten lässt sich diese „Ruhe“ jedoch wenig ablsen, immerhin legte der Orber Triathlet in den einzelnen Teildisziplinen sensationelle Ergebnisse hin. Bereits im Schwimmen konnte er die 3800m im offenen Meer in 53 Minuten erledigen, was dem Bad Orber zusätzliche Motivation gab. Und so flog er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 39km/h über die 180 Radkilometer und hatte auch beim abschließenden Marathonlauf nie wirklich Probleme. „Nachdem ich beim Laufen erfahren hatte, dass ich auf Position 1 in meiner Altersklasse liege, dann aber mitbekam, wie mich der Belgier Rudy Depret überholte, war das zunächst frustrierend. Am Ende konnte ich den Konkurrenten jedoch immer im Auge behalten und bin ihm final davongelaufen“, so Lik zur einzigen brenzligen Situation während eines ansonsten starken Auftritts. Seine Marathon-Endzeit innerhalb eines Ironman von 3:03 Stunden – eine Zeit mit der die meisten Ambitionierten Hobbyläufer überglücklich wären – untermauert die Topleistung.

„Ich bin total glücklich darüber, dass es für mich 2020 zur Weltmeisterschaft nach Hawaii geht. Ein großer Dank geht vor allem an meine Frau und meine Familie, die mir im vergangenen Jahr viel Training ermöglicht haben und mich immer unterstützen“, so Lik abschließend. Am 12. Oktober diesen Jahres kann der Bad Orber ganz entspannt vor dem Fernseher die deutschen Größen um Jan Frodeno, Patrick Lange und Sebastian Kienle beäugen, bevor er im Oktober 2020 neben all diesen Helden des Triathlonsports an den Start des legendären Rennens in Kailua Kona auf Hawaii gehen wird.

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