Ein Titel für die Ewigkeit

Die Triathletinnen des TV Bad Orb können auch drei Tage nach ihrem sensationellen Titelgewinn in der 2. Bundesliga Süd ihr Glück kaum fassen und sind noch voller Emotionen: „Der Wettkampf lebt immer noch in uns, weil es ein einmaliges Gefühl war und ist eine Meisterschaft zu gewinnen. Wir sind so stolz, weil wir neben dem sportlichen Erfolg ein unglaublich tolles und harmonisches Team bilden“, so Verena Repp.

Am Wettkampftag sah es nach dem Schwimmen über 750 Meter im Baunataler Freibad erst mal gar nicht so gut aus. Das Team „Bad Orb – Gesund im Spessart“ verließ auf Platz sechs mit 1:30 Minuten Rückstand auf die führenden Damen aus Schongau das Wasser. „Trotz einer gefühlt guten Schwimmvorstellung kamen wir sogar hinter Würzburg aus dem Wasser, das war erstmal ein kleiner Schock“, so Dana Wagner. Nach einem Radkilometer war der Schock aber schon vergessen. Das Orber Quartett  mit Wagner, Gerß, Jansen und Repp überholte auf dem ersten Kilometer drei Mannschaften in einem atemberaubendem Tempo. „Das gab uns enormen Auftrieb, da der Geschwindigkeitsunterschied enorm war. Ich glaube auch, dass hat die Mannschaften beeindruckt, welchen Express wir gebildet haben“, so Wagner. Fortan kreiselten die Damen entgegen der Vorstellung in Viernheim in Perfektion. Die extra für Samstag angesetzte Trainingseinheit auf der Wettkampfstrecke zahlte sich voll aus. Auch weil Wagner schon am Samstag merkte extrem gute Beine zu haben, was sich auch am Wettkampftag bewahrheitet. Die Kurven wurden eng und mit einer tiefen Schräglage genommen. Die Teamkapitänin Wagner animierte ständig ihr Team weiter an der Schmerzgrenze zu pedalieren. Dem waghalsigen Tempo fiel Repp zum Opfer, die auch im Windschatten nicht folgen konnte. Bei Kilometer 10 war es dann so weit. Das Orber Trio überholte die Führenden Damen aus Schongau, der Vorsprung war schon nach der Hälfte der Radstrecke aufgeholt.

„Wir haben die Schongauer förmlich stehen lassen und uns für die Vorführung in Viernheim, wo sie uns eine Lehrstunde gegeben haben, revanchiert.  Nun waren wir auf Platz zwei – Schongau war geschlagen. Aber die Würzburgerinnen, die in der Tabelle einen Punkt hinter uns lagen, waren ja auch noch da, die fuhren 10 Sekunden vor uns“, so Laura Jansen nach dem Rennen. Auf den letzten 10 Kilometern setzten sich der SV Würzburg und das Team des TV Bad Orb  auf der Radstrecke weiter ab. Der Vorsprung auf Erlangen und Schongau vergrößerte sich auf 30 Sekunden. Die von der hohen Geschwindigkeit und dem Kraftakt auf dem Rad gezeichneten Gesichert der Orber Damen waren auch auf dem ersten Kilometer der Laufstrecke sehr angespannt, da es durchaus möglich war, dass sich das Team Erlangen noch vor die Orber setzen könnte, da Wagner aufgrund von Achillessehnenproblemen 5 Wochen nicht laufen konnte. Nach einer der drei Laufrunden merkten die zahlreich mitgereisten Fans der Regionalliga- und Hessenligamannschaft samt Betreuer, dass sich die Gesichter der Vorzeigeathletinnen entspannten. Erlangen konnte nicht mehr kontern. „Nach einer Runde wussten wir, dass uns kein Team mehr einholen wird, die Meisterschaft gehört uns. Auf eine finale Attacke nach vorne, um die mit 20 Sekunden enteilten Würzburgerinnen noch einzuholen, verzichteten wir. Stattdessen haben wir die letzte Runde vorbei an den vielen lauten Fans einfach nur genossen. Nach 1:06,45 Stunden überquerten die neuen Mannschaftsmeisterinnen der 2. Bundesliga Süd  mit erhobenen Armen die Ziellinie im Baunataler Stadion.

„Wir wussten schon vor der Saison, dass wir brandgefährlich sind und um das Podest mitkämpfen können. Der Sieg beim ersten Wettkampf in Darmstadt hat uns enormes Selbstvertrauen gegeben. Dass wir am Ende aber ganz oben landen, das hätten wir aber nie gedacht. Wir sind in dieser Saison über uns hinausgewachsen und haben unvergleichliche Momente bei den fünf Wettkämpfen gesammelt. Die Saison 2019 werden wir nie vergessen. Auch weil uns der TV Bad Orb ein Rundumsorglos-Paket bereitgestellt hat. Als Team werden wir  auch nächsten Jahr zusammenbleiben und gemeinsam mit dem TV Bad Orb in die Wettkämpfe gehen. „Vielleicht auch in der 1. Bundesliga“, verrät Lisa Gerß nach dem Zieleinlauf mit einem Augenzwinkern.

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