TV Senioren besichtigen Wasserversorgung

Wo kommt das Wasser her, was geschieht mit dem Abwasser?
Das Interesse an einer Information über die Trinkwasserversorgung und das Abwasser war, trotz des nicht gerade einladenden Wetters, wieder einmal sehr groß. Ein Bus des hiesigen Unternehmens brachte vom Bahnhof die interessierten Senioren zum Parkplatz am "Kaiserborn" an der Villbacher Straße. Hier warteten bereits schon der Geschäftsführer der Bad Orber Wasserversorgung, Herr Walter, und der zuständige Wassermeister, Herr Fankhauser auf die Gäste. Ausführlich erläuterte Herr Walter den ewigen Kreislauf des Wassers in der Natur - "Wasser geht auf der Erde nicht verloren" -. Regen durchdringt, auch im Falle Kaiserborn, unter anderem Sandsteinschichten, wird gefiltert und sammelt sich in einem Reservoir und tritt irgendwo als Quelle wieder zu Tage. In unserem Fall tritt es als sog. "weiches Wasser" aus der Tiefe an die Oberfläche. Durch die geöffnete Tür waren der vordere Teil der Brunnenkammer mit einem großen Teil des 36 m waagerecht in den Berg getriebenen, mit Ziegelstein gemauerten Stollens, der zur eigentlichen Quelle führt, zu sehen. Dieses Wasser wird direkt in den Hochbehälter an der gegenüber liegenden Straßenseite gepumpt und hier für den täglichen Bedarf aufbereitet.

Das kristallklare Wasser ist gekennzeichnet durch einen durch den geringeren Mineralgehalt, rieselt es hier vor Ort noch einmal über ein Kalkbett aus Jurakalk und nimmt dabei geringfügig Calcium auf. Damit wird einmal eine Schutzschichtbildung in den Versorgungsleitungen erreicht. Dennoch ist das Wasser immer noch in die Kategorie "weich" einzuordnen. Über ein elektronisch gesteuertes und ständig zentral überwachtes Pumpensystem erreicht das Wasser die einzelnen Abnehmer.
Nicht nur der Kaiserborn, sondern auch die sieben gefassten Orbquellen im oberen Orbtal und der 50 m tief gebohrte Brunnen im unteren Autal werden ähnlich behandelt und sorgen dafür, dass die Bewohner der Stadt immer, auch in Zeiten von Dürreperioden, ausreichend mit Trinkwasser, immer in annähernd gleicher Qualität ausreichend versorgt werden.
Anschließend brachte der Bus alle zum Klärwerk am Geigershallenweg. Hier wartete schon der stellvertretende Betriebsleiter, Herr Rieger. Ausführlich und für jeden verständlich informierte er am Fliessdiagramm in der Schaltwarte über die Techniken und die unterschiedlichen Aufgaben der Kläranlage vom Eintritt der verschiedensten Abwässer bis hin zur endgültigen Verwertung der zurück gewonnenen Feststoffe und der bei der Aufbereitung entstehenden Gase. Die Gase werden in einem Speicher gefasst und anschließend mittels einer Kraft-Wärme-Kupplung in Wärme und Strom gewandelt. Überschüssiges Wasser wird zu Brauchwasser für den Eigenbedarf aufbereitet oder, gereinigt, dem Aubach wieder zugeführt. Mittelfristiges Ziel ist, dass das ganze Areal der Abwasserverwertung weitgehendst autark wird, d.h. es versorgt sich selbst mit Wasser, Strom und Wärme.
Beim anschließenden Rundgang über das Gelände wurde das was vorher in der Theorie erklärt wurde noch einmal "am Objekt begreifbar" wahrgenommen und von Herrn Rieger ausführlich erläutert.
Alles in allem war das für die Senioren des Turnvereins wieder ein Nachmittag voller Informationen.
Nächste Programmpunkte:

19.05.2014 Tagesfahrt zur Hess. Landesgartenschau in Gießen. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Interessenten bitte bei Herolds noch anmelden.
11.06.2014 Tagesfahrt nach Kassel ( Schloss Wilhelmshöhe, Herkules und die Wasserspiele)