Die TV-Senioren und 175 Jahre Heilbad Bad Orb.

Ein Vortrag von Herrn Edmund Acker.
Wieder einmal trafen sich viele Senioren, einige Neue haben sich angeschlossen, am 17.04.2014 im Haus des Gastes, um von E. Acker über 175 Jahre Kurgeschichte in Bad Orb zu erfahren. - Schon der Vortrag über Bad Orber Bildstöcke im letzten Jahr hatte bleibende Erinnerungen hinterlassen.- Für die alt Eingesessenen war zwar die eine oder andere Information aus der Kind- oder Jugendzeit bekannt, aber einiges war auch schon in Vergessenheit geraten. E. Acker verstand es immer wieder interessante, alte Begebenheiten aus dem Ärmel zu schütteln.
Schaut man zurück wäre die Orber Kurgeschichte ohne das Wirken und Denken des am 8.7.1787 in Erfurt, damals Kurmainzisch, geborenen Leopold Koch, der 1807 in Orb sein Lebenswerk begann, nicht denkbar. Am alten Neutor fing er mit seiner ersten Apotheke und dem anschließenden Badehaus, einem Solbad, an. Hier begann er seine Ideen in die Tat umzusetzen und wirkte zum Vorteil für die Stadt bis zu seinem Tode am 28.11.1850.
Wegbegleiter war gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch Dr. Hufnagel, der ein Sanatorium, eine Heilanstalt für bedürftige Kinder, auf dem großen Gelände an der heutigen Würzburger Straße gründete. Dafür wurde er 1911 vom Kaiser mit dem Charakter eines geheimen Sanitätsrates geehrt. Er starb 1924. Sein Lebenswerk ist aber bis heute anerkannt und angesehen.
Zu Dr. Hufnagel traf etwas später der Sanitätsrat Dr. Scherf, der bis zu seinem Tod 1929 auch das Amt des Kurdirektors wahrnahm. Er brachte neue Ideen nach Orb und hatte viele neue Impulse gesetzt. Zum Beispiel hat er die in den Brunnenwässern gebundene Kohlensäure in Verbindung mit der Heilung von Herzkrankheiten gebracht und die Anerkennung von Orb auch als Heilbad erwirkt.
In diese Zeit fällt auch das Bemühen des Herrn Heinrich Freund von der Küppelsmühle, damals mit der AOK in Frankfurt einen Vertrag über Sozialkuren zu vereinbaren. Es war damals wohl in der deutschen Geschichte der erste Sozialvertrag zwischen einer Krankenkasse und einem Privatmann. Ein Erfolg also, der auf Weitblick schließen lässt. Denn die "Küppelsmühle" oder der "Küppel" genießt unter Medizinern auch heute noch einen ausgezeichneten Ruf.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts übernahm der damalige Geschäftsführer der Frankfurter Baugesellschaft "Hoch-Tief", heute mit Sitz in Essen, eine sogenannte Systemführerschaft - heute würde man von Schlüsselfertigen Bauen sprechen - zur Errichtung und zum Ausbau der Orber Kuranlagen mit Hotel, Badehäusern und eines Kurparkes, der in der heutigen Anlage fast noch so erhalten ist wie er damals angelegt wurde.
Erst 1909 durfte Orb den Zusatz "Bad" führen. In dieser Zeit entstand auch die Bahnverbindung zwischen Wächtersbach und Bad Orb.
Schlussendlich hatte E. Acker aus seinen Studien und seinem Wissen in einem interessanten Vortrag gebündelt, der für Jeden ausreichend viel Informationen enthielt. Wieder eine interessante Geschichtsstunde über Bad Orb.
Nächste Termine:
14.04.2014 um 14,00 Uhr. Besichtigung der Wassergewinnung und Abwasserregulierung der Stadt
Bad Orb. Treffpunkt: Bushaltestelle. Vorherige Anmeldung nicht erforderlich.
19.05.2014 Tagesfahrt zur Landesgartenschau in Gießen;
11.06.2014 Tagesfahrt zum Weltkulturerbe (Herkules mit Wasserspielen) in Kassel;
18.07.2014 Nachmittagsfahrt zu den Märchen-Festspielen in Hanau; keine Plätze mehr frei;
3.10. bis 07.10.2014 Vier-Tagesfahrt in die Schweiz, Anmeldung bitte bei Herold.