Auf Luthers Spuren

Die Turnverein Senioren nutzen dieses Jahr die Anreise zur Ihrer Herbstfahrt im Oktober an die Ostsee, um auf den Spuren Martin Luthers in Eisenach, Eisleben und Wittenberg zu wandeln.

Zu einem ergänzenden Vortrag über Luthers Leben und Wirken hatten sie zu einer gut besuchten Veranstaltung in das Haus des Gastes eingeladen.

Der Vortrag von Pfarrer Günter Kaltschnee fiel auf den Einschultag und zu Beginn seines Vortrages wies er auf zwei ökumenische Einführungsgottesdienste am Vormittag hin. Nicht Trennendes gebe es zu bedenken, sondern die gemeinsamen Wurzeln unseres christlichen Glaubens zu suchen. Katholische und Evangelische Christen hätten viel gemeinsames, unter anderem das Vater Unser. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass irgendwann einmal auch ein gemeinsames Abendmahl möglich sein wird.

Luther und Bad Orb, dazu erfuhren die Zuhörer auch Interessantes. Am 10. November 1483 wurde Martin Luther im Petriviertel in Eisleben geboren. Bereits einen Tag danach wurde er in der nahe liegenden Kirche St. Peter getauft. Dem damaligen Brauch entsprechend bekam er den Namen des Tagesheiligen: Martin (von Tours). Der Heilige Martin ist Schutzpatron der Stadt Bad Orb und deshalb sind viele Benennungen hier im Ort nach ihm benannt, z.B. ein Kindergarten, die Grund-und Hauptschule und die St. Martinskirche.

Erste Station der TV-Senioren bei der Herbstfahrt wird Eisenach sein. Nach seinen berühmten Worten vor dem Reichstag in Worms: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“„ wurde Luther auf der Rückreise zu seiner eigenen Sicherheit auf die Wartburg gebracht. Hier vollbrachte Luther wohl seine wichtigste und größte Lebensleistung: Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche.
Ergänzend wies Pfarrer Kaltschnee darauf hin, dass durch die Bibelübersetzung erst die einheitliche „deutsche Schriftsprache“ entstehen konnte. Martin Luther verdanken wir auch viele Kirchenlieder z.B. „Vom Himmel Hoch da komm ich her“.

Über Eisleben, dem Geburts-und Sterbeort Luthers reisen die TV-Senioren nach Wittenberg wo Luther als Professor und Prediger wirkte und am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche anschlug. Wie geschichtlich bekannt, war der Anlass der Ablasshandel.
Luther vertrat die These: Gnade allein ist durch Gott möglich und nicht durch Ablasshandel.
Allein was in der der Hl. Schrift steht ist richtig. „ Luther wollte keine neue Kirche gründen, sondern die bestehende Kirche erneuern (reformieren).“

Im abschließenden Teil seiner Ausführungen ging Pfarrer Kaltschnee auch auf weniger erfreuliche Leistungen des Reformators ein, beispielsweise seine Einstellungen zum Judentum oder auch seine wechselseitigen Positionen während der Bauernkriege in Thüringen.

Ergänzt wurde der Vortrag von einer Bilddokumentation. Bei Bildern von der Wartburg, oder der Silhouette von Wittenberg kam Vorfreude auf die Herbstfahrt auf, um das im Vortrag Erwähnte live vor Ort zu sehen und erleben.

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